Lissmann blickte bei seinem "Zwischenruf" analytisch zurück und nach vorn, nachdem seine SPD bei den Kommunalwahlen im März 2011 nach über 30 Jahren wieder stärkste Partei Sulzbach geworden war. Die Schwerpunktaussagen:
Zum Ersten Beigeordneten: Die SPD habe nach den Kommunalwahlen die Hand ausgestreckt und der CDU angeboten, mit Claus Heide weiterhin den Ersten Beigeordneten zu stellen, da sich dessen Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin bewährt habe. Die Union habe abgelehnt.
Mehrheit aufgegeben
Zum Gemeindevorstand: Die SPD habe nach dem Losverfahren, das zugunsten der FWG endete, den Antrag gestellt, den Gemeindevorstand von neun auf zehn Mitgliedern zu erhöhen, damit auch Pro Sulzbach dort einen Platz bekommt. Die SPD habe damit eine komfortable Mehrheit in diesem Gremium aufgegeben.
Zurechtgestutzt
Zur Kinderbetreuung: Von 13 Standorten, die allein von der Verwaltung ermittelt wurden, habe sich in Sulzbach ein Standort für eine Kindertagesstätte herauskristallisiert. Die CDU habe sich vorläufig von der immer propagierten Kinderfreundlichkeit verabschiedet und gegen die Aufstellung des Bebauungsplans gestimmt.
Zum Haushalt: Bürgermeisterin Wolf habe – etwas völlig Neues in Sulzbach – alle Fraktionsvorsitzenden und Finanzexperten der Parteien vor den Haushaltsberatungen zum Gespräch eingeladen. In den Jahren zuvor habe meist das große Schweigen geherrscht – außer zwischen CDU und FDP. Änderungsanträge der SPD, der GAL oder der FWG seien abgebügelt worden, ohne erkennbare Kompromissbereitschaft. Ende 2011 habe Lissmann der Presse entnommen, dass die CDU den Haushalt, den die Bürgermeisterin vorlegte, "zurechtstutzen" wolle: "Äußert sich so jemand, der verhandeln, miteinander sprechen will?"
Zum Personal: Die Umsetzung fast des gesamten Personals nach einer halbfertigen 100 000 Euro teuren Verwaltungsstrukturanalyse zu Beginn der Amtszeit von Bürgermeister Horst Schmittdiel (CDU), sei rückgängig gemacht worden. Man habe gemerkt, dass der Betriebsleiter der Gemeindewerke alles und der Bürgermeister nebst Gemeindevorstand so gut wie nichts mehr zu entscheiden hatte. Zudem habe sich der Ehrenvorsitzende der Gemeindevertretung, Oswald Bommel, schon vor Jahren für eine Aufstockung der Ortspolizei eingesetzt.


