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13.01.12
Höchster Kreisblatt
Das ist ein Freundeskreis
Günter Renneisen, dienstältester Sulzbacher Parlamentarier und Vorsitzender der Gemeindevertretung, wird heute Abend für 50-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt. Geprägt wurde er von seinem Großvater Willi Röhlig, einem treuen Sozialdemokraten.

Sulzbach. Als Günter Renneisen am 19. Juli 1942 geboren wurde, war Vater Karl im Krieg. „Ich war sieben Jahre alt und gerade vier Tage in der Schule, als mein Vater 1949 nach Hause kam. Der war für mich zunächst ein fremder Mann, aber das hat sich bald geändert", erinnert sich Renneisen, für den Opa Willi Röhlig, der 1972 im Alter von 83Jahren starb, die Vaterrolle übernommen hatte.
Renneisen schildert den Großvater als „einen einfachen Mann, der Kistenmacher war und aus Werdau in Sachsen über Oberursel nach Sulzbach kam". Opa Röhlig war Beigeordneter beim populären Nachkriegsbürgermeister Heinrich Kleber (SPD), der schräg gegenüber von den Röhligs und Renneisens in der Bahnstraße wohnte. „Der Opa nahm mich mit in den Zirkus und zu Gewerkschaftstreffen. Er hatte schon drei Mal Nachrichten gehört, wenn ich zu ihm kam, war bestens informiert", sagt der SPD-Oldie beim Blick zurück: „Und wenn er von der SPD gesprochen hat, sagte er immer ‚wir‘.“
So wundert es nicht, dass Günter Renneisen, der Jugendleiter bei der Evangelischen Jugend war, 1962 SPD-Mitglied wurde: „Robert Schäfer hat mich damals angeworben. 1966 wurde ich in den Parteivorstand gewählt und war unter dem Vorsitzenden Karl Reinke Schriftführer und Pressewart. 1968 habe ich erstmals für das Gemeindeparlament kandidiert und war dort mit Günter Renneisen 26 Jahren der Jüngste. So mischt der „Parlaments-Dino" seit 44 Jahren in der Kommunalpolitik an vorderster Front mit, erlebte 1974 einen Höhepunkt, als der Kampf gegen die Eingemeindung zu Bad Soden gewonnen wurde und konnte seine Laufbahn mit der Wahl zum Parlamentspräsidenten am 14. April 2011 krönen. Alle 31 Stimmen fielen auf Renneisen, ein eindrucksvoller Vertrauensbeweis für den Mann, der stets über die Parteigrenzen hinausgeblickt hat. Renneisen, der es nach einem einjährigen Abstecher nach Kiel 1964/65 beim Frankfurter Arbeitsamt vom Inspektor zum Oberamtsrat gebracht hat, erlebte Höhen und Tiefen in der Kommunalpolitik als 1. Beigeordneter, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender. „Bis 1977 waren wir dran, dann gab es eine andere Mehrheit", sagt Renneisen. Dass die SPD den Bürgermeisterwahlkampf und ein Jahr danach 2011 bei den Kommunalwahlen gewonnen hat, „sind Dinge, mit denen ich nie gerechnet habe", staunt Renneisen noch heute. Der Vater und Großvater, der sich über die sieben Jahre Enkeltochter Sydney freut, genießt es, mit fast 70 Jahren im Rampenlicht zu stehen, nachdem er schon den Rückzug eingeleitet hatte.
Die Bilanz des SPD-Haudegens nach einem halben Jahrhundert: „Als SPD-Mitglied habe ich nie gewankt, nie gewackelt. Das ist mehr als eine Mitgliedschaft. Das ist ein Freundeskreis, eine wunderbare Gemeinschaft." (wm)

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Wahlkampfauftakt 2011


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Martin Lissmann
Vorsitzender SPD Sulzbach

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