Wie bewerten Sie die zweite Runde der Bürgereinbindung?
RENATE WOLF: Ich bin erfreut, dass so viele Interessenten da waren; auch etliche Neulinge im Vergleich zur ersten Veranstaltung und dass alle den von Moderatorin, Frau Stein, vorgeschlagenen Prozess mitgemacht haben.
Sind Sie enttäuscht über die doch breite Ablehnung?
WOLF: Ich bin nicht enttäuscht und sehe auch keine breite Ablehnung. Auch wenn ich mir ein anderes Ergebnis, egal, ob nach der einen oder der anderen Seite gewünscht hätte. Denn jetzt befinden wir uns in einem Schwebezustand. Das macht die Sache nicht leichter. Es hat sich aber das seit Jahren vorhandene alte Bild bestätigt, dass sich Zustimmung und Ablehnung die Waage halten.
Was sagen Sie zu Reaktionen einiger Bürger, die den Eindruck haben, dass Bauen in den Köpfen der Entscheider eigentlich schon beschlossene Sache ist und die Bürgereinbindung lediglich eine Art Beruhigungspille darstellt?
WOLF: Gerade dieser Eindruck sollte nicht entstehen. Schade, dass das nicht rübergekommen ist. Ich habe keinen Hehl daraus gemacht, dass ich bauen will, aber auch immer unterstrichen, dass es ein Zurück gibt.
Und nun?
WOLF: Die Meinungsbildung, die herbeigeführt wurde, ist nicht eindeutig genug, um aufzuhören. Aber auch nach der Beratung in einer "Ersten öffentlichen Werkstatt" und sogar nach der Erarbeitung von Konzeptideen könnte immer noch die Reißleine gezogen werden.
Was passiert jetzt? Wird die Begleitung des Büros Stein und Schultz weitergehen?
WOLF: Die Begleitung von Stein und Schultz wäre weitergegangen, wenn wir eine weitere Runde zur Vorbereitung einer Entscheidungsfindung gebraucht hätten. Jetzt ist der Auftrag beendet. Die Verwaltung wird jetzt eine Vorlage erarbeiten, die in der nächsten Sitzungsrunde der Gemeindegremien – Vorstand, Planungs- und Bauausschuss, Gemeindevertretung – beraten wird. Ob es zu einer "Ersten öffentlichen Werkstatt" kommt und ob dazu jemand von außen hinzugezogen werden wird, ist derzeit offen.
Wie stellen Sie sich das weitere Vorgehen vor?
WOLF: Ich wünsche mir, dass der Diskussionsprozess fortgeführt und auch weiter von möglichst vielen Bürgern begleitet wird.

